Über 30% der Krebsarten sind vermeidbar.
Was bedeutet „vermeidbar“ eigentlich?
Der World Cancer Research Fund und die IARC schätzen, dass weltweit 30–50 % aller Krebserkrankungen durch sinnvolle Anpassungen des Lebensstils vermeidbar sind. Das bedeutet nicht Perfektion, sondern dass bestimmte Risikofaktoren mit großer Wirkung weitgehend vermeidbar sind und ihre Eliminierung statistisch etwa jeden dritten Krebsfall verhindern würde.
Die vier großen Risikofaktoren
Tabak ist für etwa 22 % aller Krebstodesfälle weltweit verantwortlich und damit die größte vermeidbare Einzelursache. Adipositas und Bewegungsmangel zusammen tragen zu 14–20 % der Krebserkrankungen bei. Alkoholkonsum ist ein Karzinogen der Gruppe 1 und mit mindestens 7 Krebsarten verbunden. Ungeschützte Sonnenexposition verursacht über 90 % der nichtmelanotischen Hautkrebserkrankungen, der weltweit häufigsten Krebsart.
Infektionsbedingte Krebserkrankungen
Etwa 13 % der Krebserkrankungen weltweit werden durch vermeidbare Infektionen verursacht: HPV (Zervix-, Rachen- und Analkarzinom), Helicobacter pylori (Magenkarzinom), Hepatitis B und C (Leberzellkarzinom). Impfstoffe gegen HPV und Hepatitis B sind verfügbar und haben in Ländern mit hoher Impfquote bereits massive Rückgänge der HPV-assoziierten Krebsraten gezeigt.
Umwelt- und berufsbedingte Expositionen
Radongas in Wohnungen (die zweithäufigste Ursache von Lungenkrebs), Asbestfasern, Benzol, Formaldehyd und ionisierende Strahlung sind Karzinogene aus Arbeitswelt und Umwelt, die bestimmte Bevölkerungsgruppen überproportional treffen. Die Messung von Radon in Wohnungen und die Einhaltung von Arbeitsschutzstandards werden oft vernachlässigt, sind aber hochwirksame Präventionsmaßnahmen.
⚕ Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung.
